29.3.2002 bis April 2004 – Ghost XM Scandium

Nachdem die SID im Cube ausgenudelt war, kaufte ich mir an Weihnachten eine SID Race in „electric blue“. Letzlich wurde sie aber nie ins Cube eingebaut. Voll vom Leichtbau-Fieber gepackt, erwies sich nämlich der Rahmen mit seinen üppigen 2950 g mit Dämpfer als Wurzel allen Übels.

Auf der Suche nach einem leichteren Rahmen stieß ich im Bike Workshop auf solch obskure Rahmen wie einen gewissen Extralite F1, dessen Gewicht von 1980 g inklusive Stahlfederdämpfer ja gelogen sein musste. Auch ein günstiger exotischer Taiwan-Rahmen mit flexenden Carbonplatten als Kettenstreben und Wippe war da zu finden, zu kaufen gab es ihn aber zumindest in Deutschland nie. Ein Nicolai Saturn war unerreichbar teuer, da blieb eigentlich nur noch das Ghost XM Scandium.

Allerdings war nach dem Gabelkauf erstmal sparen angesagt und eine weitere Saison mit dem Cube drohte. Aber manchmal ist man dann zur richtigen Zeit am richtigen Ort. An einem schönen Frühlingstag traf ich im Wald ein paar Biker und schloss mich ihnen eine Weile an. Und wie so oft, wenn sich die Wege irgendwann trennen, bleibt man stehen und beginnt sich zu unterhalten. Da gesellte sich noch ein weiterer Biker zu unsrer Runde. Als ich von meinen Plänen erzählte, meinte dieser nur, dass er noch einen Ghost XM Scandium im Keller liegen habe, den er eigentlich seiner Freundin aufbauen wollte, die aber mangels Zeit dann doch ein Komplettrad (ein Nicolai-Fully) bekommen hatte.

Und so kam ich dann doch noch zu meinem Ghost. Aufgebaut mit den Teilen des Cube, der neuen SID und später dem X.O-Schaltwerk der ersten Generation und Vuelta-Magnesium-Bremsen kratzte ich schon an der 10-kg-Marke.

Bei Siegen bei zwei Hobby-Rennen der Kategorie „Um den Kuhstall“ durfte dann auch das Ghost mal aufs Treppchen. Zuvor durfte ich allerdings auch mal testen, wie man eine XTR-Rapidfire bedient, wenn der Daumenhebel einen halben Zentimeter tief im Knie steckt (jaja, das Ghost war schon extrem kurz…) oder was passiert, wenn man die Festigkeit von Gestrüpp unterschätzt und es bei 40 km/h den Lenker samt Gabel um 180° rumdreht. Dem Ghost passierte dabei nichts, deswegen behielt ich auch nur körperliche und keine seelischen Narben zurück 😉

Nach 12.536 km in zwei Jahren im Renn- und einem Jahr im Wintereinsatz habe ich das gute Stück dann verkauft – die Geometrie unterschied sich einfach zu extrem von der des Extralite, um es als Zweitrad zu nutzen.

Ein Kommentar zu “Bikeografie Teil 4: Ghost XM Scandium

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Please leave these two fields as-is: