Gerade erst habe ich das alte Straßenrad vorgestellt, jetzt kommt schon der Nachfolger. Gemessen an meinen sonstigen Maßstäben (Tallboy *hust*) bist du hier ja fast noch in Echtzeit beim Aufbau dabei. Der Vorgänger war optisch spektakulärer – zumindest so lange die Lefty drin war. Für eine Resteverwertung ist aber auch das neue Straßenrad ganz gelungen, finde ich.

Das wichtigste zuerst

Teileliste
OneDrive-Ordner mit allen Bildern

8,61kg laut Park Tool Hängewaage

Geschichte

Mitte Dezember habe ich eine Teileliste erstellt, um die Reste zu erfassen und mal zu schauen, wie weit ich damit käme in Bezug auf ein Fahrrad. Letztlich ging es mir vor allem um die Laufräder mit den verhältnismäßig schmalen Felgen, an denen der Lack mit jedem Reifenwechsel mehr abplatzt. Verkaufschance recht klein, Zweitlaufradsatz fürs Tallboy eigentlich unnötig – das hat mich dann dazu bewogen, ein neues Straßenrad aufzubauen und Anfang März habe ich den Rahmen und die restlichen Teile bestellt. Ende März kam er und am 17.4.2022 habe ich zum ersten Mal draufgesessen.

Zielsetzung

Das Ergebnis sollten deutlich weniger restliche Teile im Fundus und ein problemloses Rad mehr im Keller sein. Ich wollte nicht viel Zeit mit dem Aufbau und nervigen Sachen wie Entfärben von irgendwelchen Teilen verbringen. Das Wiegen der Teile habe ich mir nicht gespart, das habe ich dann aber trotz der nicht so schönen Tischplatte als Hintergrund in die Werkstatt verlagert. Für meine verzerrte Wahrnehmung war das ein schnelles, stressfreies und günstiges Projekt.

Rahmen & Fahrwerk

Den Airwolf YFM025 Rahmen und die YFMF002 Gabel habe ich über eBay gekauft, das ist mir irgendwie deutlich sympathischer als AliExpress. Der Rahmen ist glänzend schwarz lackiert, die Gabel gab es so leider nicht. Deswegen wurde sie notgedrungen 3k glänzend. Mit ein bisschen Abstand passt sie aber ganz gut zum Rahmen. Ansonsten erfolgte die Auswahl natürlich aus Verwurstungsgründen so, dass die Anschlussmaße passten.

Rahmengröße ist übrigens L

Lenkzone

Vorbau, Lenker, Griffe und Klingel kommen 1:1 vom alten Straßenrad, dessen MTB-Reinkarnation ich mit günstigeren Teilen ausgerüstet habe. Spacer finden sich im Fundus immer und Steuersatz, Expander und Kappe waren beim Rahmen dabei.

Cockpit

Sitzzone

Der Sattel stammt auch vom Vorgänger, ein lackierter AX Lightness Phoenix. Die Stütze ist eine bike ahead composites, die es wegen der wohl eher weniger gefragten Größenkombi (30,9mm x 300mm) günstiger gab. Eigentlich hatte ich mal angedacht, damit je nach Anlass die Vario-Stütze am MTB zu ersetzen, um Gewicht zu sparen. Der Rahmen hatte jetzt mal ausnahmsweise 31,6mm, daher ist eine Cane Creek Reduzierhülse verbaut. Gehalten wird das ganze von einer Specialized-Sattelklemme, die am Zweitrad übrig blieb – die mit dem Rahmen mitgelieferte war doch arg grobschlächtig.

Sitzgelegenheit

Antrieb

Bemerkenswert ist vor allem die Historie der Kurbel, einer schwarz eloxierten Shimano XTR FC-M980. Ursprünglich fürs Inspired Skye verwendet, war sie noch kurz am Zweit-Spark, danach am Stumpi, am Zweit-Tallboy, am Rolle-Rad und jetzt am Airwolf verbaut. Die Pedale stammen vom Storck Multiroad meines Vaters, da er mittlerweile keine Klickies mehr fährt. Die Übersetzung ist 40-27 und 11-36 10fach.

Antrieb und Schaltung

Schaltung

Der Rest des Antriebsstranges und die Schaltung kamen größtenteils mit dem Umweg über das Zweit-Tallboy vom Stumpi. Einzig der High Direct Mount Deore XT Umwerfer war von Anfang an am Zweit-Tallboy und wurde hier mit einem Problem Solvers Schellenadapter verbaut. Ebenso über Adapter von Problem Solvers sind die XT-Schalthebel an die Bremshebel geschraubt.

Bremsen

Die Bremsen sind zwar ebenfalls SRAM Level TL wie am Stumpi, es sind aber nicht dieselben. Weil ja ums Verrecken grade keine günstigen Shimano-Bremsen zu bekommen sind, habe ich im Bikemarkt die von einem Neurad abgebauten Level ganz in der Nähe entdeckt und spontan abgeholt. Die Bremsscheiben sind Avid HS1 in 180mm/160mm.

Bremsen: SRAM Level TL

Laufräder

Die Laufräder sind vom Stumpi bekannt und dienten zuletzt am Zweit-Tallboy: 77 Composites Climber 29C, DT Swiss 240s hinten/Extralite HyperLefty vorne, eingespeicht mit Sapim CX-Super und DT Swiss Squorx Alunippeln. Weil die Steckachsen an China-Rahmen und -Gabeln oft merkwürdige Maße haben, habe ich Rahmen und Gabel mit Schnellspannaufnahme gewählt. Der Adapter für die Lefty harmoniert optisch nicht perfekt mit der HyperLefty, da bei dieser anscheinend die Position des linken Lagers wegen der Abdeckscheibe aus Kunststoff (die mit dem Adapter nicht mehr passt) etwas nach innen versetzt ist. Damit kann ich aber leben.

Die Schwalbe G-One Speed Evolution SuperGround V-Guard Addix SpeedGrip tubeless easy 50-622 – ja, die meinen die Namensgebung ernst – sind tubeless montiert und mit SKS AirSpy versehen. Diese sind deutlich günstiger als die Quarq TyreWiz an meinen beiden Epics und ich wollte sie einfach mal im Vergleich ausprobieren. Am Stumpi waren fast dieselben Reifen drauf, nur in 2,35″ und mit der alten leichten LiteSkin-Karkasse. Über 100g weniger pro Reifen trotz 0,35″ mehr Breite sind heftig, aber ich bin mir nicht mehr ganz sicher ob ihrer Dichtigkeit. Zumindest hatte ich sie wohl zuletzt mit Schlauch montiert. Vielleicht teste ich sie aber nochmal.

Lefty auf Schnellspanner

Farbgestaltung

Die Schwalbe-Logos hatten farbige Bestandteile, die mit Schmirgelpapier fix entfernt waren. Möglicherweise fahre ich in Zukunft nun auch mal an den MTBs andere Reifen als Conti Silverline, weil es eigentlich wesentlich einfacher und schneller ging als gedacht. Lediglich eine kleinere Beschriftung ließ sich nicht wegschmirgeln und wurde ebenso unter Plastidip versteckt wie die grüne Lagerdichtung links an der HyperLefty.

Da war mal orange

Probleme & Lösungen

Eigentlich hatte ich den Rahmen mit PF30 auch gewählt, um mein geschraubtes KCNC-Adapterlager aus dem Stumpi wiederzuverwenden. Das saß aber viiiiiiiiel zu stramm. Das beim Rahmen mitgelieferte Lager passte ebenfalls nur widerwillig, die Passung war also ziemlich stramm.

Gerne hätte ich die Hollowgram mit Stages übernommen, aber leider war die Kettenlinie am Stumpi mit der angedachten Ersatzkurbel nicht brauchbar. So blieb die Hollowgram wo sie war und die SLX kam ans Rollenrad.

Einen kleinen Makel, den man auch in den Bildern oben erkennen kann, werde ich in Kürze noch beheben – die normalen Vorbauschellen sind bestellt. Neue Syntace Flatforce haben Schellen mit einer Aufnahme für einen Tacho- oder Lampenhalter, die aber meinem originalen Garmin-Halter im Weg war. Deswegen habe ich die linke Schelle kurzerhand umgedreht. Das ist technisch kein Problem, sieht aber irgendwie doof aus. Den kompatiblen Garmin-Halter von Syntace wollte ich nicht, da er teuer, nicht winkelverstellbar und nicht kompatibel zum Edge-Zusatzakku ist.

Wie es fährt

Das Stumpi fuhr sich agiler, würde ich sagen. Das ist angesichts der Größendifferenz nicht verwunderlich. Ich habe auch den Eindruck, dass die Reifen nicht so gut rollen wie die breiteren, leichteren Vorgänger, vielleicht werde ich die doch mal wieder zum Vergleich aufziehen. Insgesamt bin ich aber zufrieden, ich denke das Rad wird mich noch länger begleiten ohne größere Veränderungen.

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